Nach Israel-Äußerung: Iranischer Außenminister sagt Treffen mit Gabriel ab

Eklat im Iran: Zwei Treffen zwischen iranischen Spitzenpolitikern und Bundeswirtschaftsminister Gabriel kommen nicht zustande. Grund dafür sind Forderungen des deutschen Politikers nach einer Anerkennung Israels.

TEHERAN (inn) – Der iranische Außenminister Muhammad Sarif hat ein Treffen mit dem deutschen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel in Teheran abgesagt. Als Grund nannte die halbstaatliche Nachrichtenagentur „Fars“ Gabriels Forderung, der Iran müsse Israel anerkennen; erst dann seien gute Beziehungen zu Deutschland möglich. Auch der Präsident des iranischen Parlamentes, Ali Laridschani, sagte ein Treffen ab.

Gabriel hatte sich vor seinem Reiseantritt am Sonntag gegenüber der deutschen Nachrichtenseite „Spiegel Online“ geäußert. Dort sagte er: „Ein normales, freundschaftliches Verhältnis zu Deutschland wird erst dann möglich sein, wenn Iran das Existenzrecht Israels akzeptiert.“ Konkrete Ergebnisse zu dem Thema seien jedoch nicht zu erwarten, fügte der SPD-Chef an.

Wechselnde Äußerungen

Laridschani nannte diese Äußerung „inkorrekt und unlogisch“. Die iranische Regierung sollte eine derartige Einmischung in ihre Angelegenheiten nicht zulassen. „Wäre ich der Außenminister, würde ich diesem Minister nicht erlauben, den Iran zu besuchen“, sagte er laut „Fars“.

Zuvor hatte der iranische Regierungssprecher, Mohammed Baker Nobacht, erklärt, Gabriel habe seine Äußerungen im Gespräch mit ihm relativiert. „Er sagte, die Medien hätten seine Aussagen verzerrt. Er sagte, er sei ohne Vorbedingungen in den Iran gekommen.“

Am Dienstagmorgen war es das iranische Außenministerium, das wiederum für Verständnis für Gabriel warb. „Wir sollten auch die innenpolitische Stimmung in Deutschland in Betracht ziehen“, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Bahram Ghassemi, der Tageszeitung „Etemad“. Das berichtet „Spiegel Online“. Auch Deutschland habe seine diplomatischen Beziehungen, dazu gehöre Israel. Eine Einmischung in die iranische Außenpolitik sei jedoch unzulässig, ergänzte Ghassemi. (df)