„Nur innerhalb der EU können wir Reformen erreichen“

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Mit großer Verwunderung habe ich den solidarischen Artikel zur Rolle der englischen Labour-Party und seines Vorsitzenden James Corbyn gelesen. Zunächst einmal möchte ich konstatieren, dass Partei und Vorsitzender in der Brexit-Entscheidung sich sehr im Hintergrund gehalten haben und keine klar erkennbare Position vertreten haben. Der Wunsch der SPD war wohl der Vater des Gedankens.

Weiterhin würde mich interessieren, welche Reformen Corbyn meint, die er nur in der EU umsetzen kann. Das primäre Denken der Labour-Party ist derzeit von plumpen Antisemitismus und unsäglichen Vergleichen prominenter Parteimitgliedern von Shoah und Palästinenserfragen geprägt. Weiterhin macht Corbyn keinerlei Hehl aus seiner Einstellung Israel gegenüber. Er outet sich als Freund der Hamas und der Hisbollah, beide von der arabischen Liga als Terrororganisationen gelistet, mit dem Ziel der Vernichtung Israels und aller Juden. Das Corbyn gerne in Art des Hitlergrußes die Hand zum Gruß erhebt, kann man sicher aus verschiedenen Sichtweisen diskutieren.

James Corbyn ist ein Brandstifter und Populist mit gewisser Nähe zum Rechtspopulismus. Schwesterpartei hin, Schwesterpartei her. Deshalb ist mir ein solch undifferenzierter Artikel wie im Vorwärts 06-07/2016 nicht nachvollziehbar.

Wolfgang Kahl

ANTWORT DER VORWÄRTS REDAKTION:

Lieber Wolfgang Kahl,

vielen Dank für die Zuschrift zur vorwärts-Ausgabe 06-07/2016. Aufgrund der
Ferienzeit und der sehr umfangreichen Ausgabe 08-09/2016 mit einem
Sonderteil zu 140 Jahren „vorwärts“ waren wir leider nicht in der Lage alle
Leserbriefe wie gewohnt zu beantworten.

Inzwischen ist einige Zeit ins Land gegangen. Die Mehrheit der Bevölkerung
Großbritanniens hat für den Brexit gestimmt. Viele Europäer hätten die
Briten gern weiter in der EU gesehen… Dass die Labour-Party und ihr
Vorsitzender Corbyn sich im Hintergrund gehalten haben, wird im Artikel
deutlich gesagt.

Dennoch, die Kritik wird an die Redaktion weitergegeben.
Ich bitte um Verständnis, dass wir bei der Veröffentlichung der
Leserzuschriften immer nur eine Auswahl treffen können. Sechs Ausgaben im
Jahr sind einfach sehr wenig.

Bleiben Sie dem „vorwärts“ kritisch gewogen.

Herzliche Grüße

Dagmar Günther