Offener Brief an den Studentenverband der Universität Edinburgh

  • Niemand veranstaltet Treffen, um Reformen in islamischen Staaten zu fordern. Stattdessen verabschieden Menschen wie Sie Resolutionen, die das einzige Land verurteilen, das diese Rechte für all seine Bürger und Besucher verteidigt.
  • Würde Ihre Regierung in Schottland oder Großbritannien Bücher verbieten, Journalisten inhaftieren, Filme zensieren oder Treffen auf dem Campus untersagen, dann würden Sie zurecht aufgebracht sein. Sie sind auf freie Bibliotheken, unzensierte (wenn auch nie vorurteilslosen) Zeitungen und Zeitschriften und direkten Zugang zum Internet angewiesen. In keinem muslimischen Land gibt es diese Freiheiten. Nicht in Ägypten, nicht in Jordanien, nicht in Saudi-Arabien, nicht im Iran, nicht in Pakistan.
  • Israel ist in jeder Hinsicht eine freie Gesellschaft. Dennoch entscheiden Sie sich, es zu verurteilen. Indem Sie das tun, verurteilen Sie genau die Freiheiten, von denen Sie in Ihrem Elfenbeinturm in Schottland profitieren. Und wenn Sie ausschließlich die Palästinenser unterstützen, dann geben Sie Zensur und staatlicher Kontrolle von Äußerungen Ihre Unterstützung. Sie müssen sorgfältig darüber nachdenken, denn andernfalls offenbaren Sie sich als Heuchler ersten Grades. Ein Land anzugreifen, das die Rechte verteidigt, die Sie für sich selbst und Ihre Freunde einfordern, ist moralisch unverzeihlich.
  • Es gibt in Israel keine Apartheidgesetze. Araber (sowohl Muslime als auch Christen) haben in Israel dieselben Stimmrechte wie Juden, haben eigene politische Parteien, dienen als Mitglieder des Parlaments, dienen am Obersten Gerichtshof und anderen Gerichten, sind Diplomaten, Rechtsanwälte, Offiziere im Militär, Wissenschaftler, Akademiker und alles andere, das sie sein möchten.
  • „Diejenigen, die wissen, was echte Apartheid ist, wissen, dass es in Israel nichts gibt, das wie Apartheid aussieht… Es gibt einen weit verbreiteten Vorwurf, in Wirklichkeit eine Verleumdung, dass Israel ein Apartheidstaat ist. Diese Ansicht ist schlicht falsch. Sie ist unrichtig und böswillig.“ – Kenneth Rasalabe Joseph Meshoe, President der African Christian Democratic Party in Südafrika.

Sehr geehrte Studenten,

als besorgter Absolvent von Edinburgh schreibe ich Ihnen mit einem Gefühl des déja-vu, wie ich es schon früher tat.

Noch einmal neu formulieren und ergänzen möchte ich meine Einwände zu Ihrem Antrag und der Resolution von 2016 zum Boykott des jüdischen Staates Israel. Lassen Sie mich das ein wenig anders formulieren: der einzigen liberalen parlamentarischen Demokratie im Nahen Osten, eine der sehr wenigen unverfälschten Demokratien der Welt von heute. Ich möchte gerne, dass Sie alle dies lesen; einzig Ihre Bereitschaft, zumindest den Argumenten anderer zuzuhören, wird Ihrer Behauptung gerecht werden intelligente junge Menschen zu sein, die an einer Weltklasse-Universität studieren.

In Edinburgh qualifizierte ich mich mit einem erstklassigen MA in persischer, arabischer und islamischer Geschichte; dann wechselte ich nach Cambridge, wo ich in Persisch-Studien zu einem religiösen und historischen Thema im Iran des 19. Jahrhunderts promovierte. Danach lehrte ich arabische und islamische Studien an der Universität Newcastle im Vereinten Königreich. Später akzeptierte ich eine Einladung mich als Distinguished Senior Fellow dem Gatestone Institute anzuschließen. Dort forsche und schreibe ich zu Themen wie dem Islam, dem Nahen Osten und Israel. Ich habe etwa vierzig Bücher, Berichte für den Think Tank und eine lange Liste an Artikeln zu diesen Themen geschrieben.

Das oben schreibe ich nur, um zu erklären, dass ich über hinreichende Qualifikation verfüge, Sie zum Thema des israelisch-palästinensischen Ringens anzusprechen. Es macht mich verlegen zu sagen, dass Ihre Gründe zur Verabschiedung einer Boykott-Resolution eines jeden unwürdig sind, der behauptet gut gebildet, intelligent oder gut informiert zu sein. Leider sind die in Ihrer Resolution angeführten Gründe kindisch und ignorant; zudem gründen sie auf einer Reihe Lügen oder sind günstigstenfalls Missverständnisse. Wenn Sie hier aufhören zu lesen, bezeichne ich Sie als Verräter an den grundlegendsten Prinzipien des akademischen Arbeitens: die Notwendigkeit von offenem Dialog, kritischer Debatte und der Bereitschaft die eigenen Meinungen angesichts von Beweisen zu ändern. Wenn Sie diese Prinzipien nicht einhalten, sind Sie nicht geeignet überhaupt an einer Universität zu sein. Wenn sich Ihre Selbstgerechtigkeit und Ihre Überzeugung, dass sie immer vollkommen im Recht sind, nicht ändern, werden Sie nie verstehen, was es heißt Teil einer intellektuellen Debatte zu sein. Von diesem Brief hoffe ich, dass Sie alle ihn lesen werden, in der Hoffnung, dass Ihnen eine widersprechende Meinung keine Angst einjagt.

Lassen Sie mich also mit einigen einfachen Punkten beginnen. Ich nehme an, dass die meisten von Ihnen oder alle Feministen sind, dass die meisten oder alle auf Frauenrechten und Gleichberechtigung von Männern und Frauen weltweit bestehen. Heute, wo wir bis zu einem gewissen Grad über den Nahen Osten und die islamische Welt reden, ist es wahrscheinlich nicht nötig Ihnen vorzubuchstabieren, dass kein arabisches Land und kein islamischer Staat Frauen volle Rechte gibt und dass viele offen ihre weiblichen Staatsbürger unterdrücken. Zwangsverschleierung, Prügel, Auspeitschung oder Steinigung bis zum Tod; Frauen, die vergewaltigt wurden, werden als Ehebrecherinnen behandelt und gesteinigt; der Rechtsstatus der Frau ist nur die Hälfte des Mannes; Verbote, ohne die Erlaubnis eines Mannes zu heiraten; Frauen wird verboten Auto zu fahren, Ehrenmorde an Frauen, weibliche Genitalverstümmelung (FGM) junger Mädchen und nicht einvernehmliche Scheidungen sind an der Tagesordnung.

Ich hätte gedacht, dass Sie eine Resolution zu Saudi-Arabien, dem Iran, Pakistan, Afghanistan, Bangladesch, Somalia oder einem ähnlichen Staat verabschieden würden. Doch stattdessen verabschieden Sie Boykott-Anträge gegen Israel. In Israel haben Männer und Frauen vor dem Gesetz den gleichen Status. Muslimische Frauen können frei entscheiden ob sie Schleier tragen und viele tun das, aber keine Frau wird verhaftet oder bestraft, wenn sie es vorzieht keinen zu tragen. Ehrenmorde oder FGM sind unter israelischem Recht strafbar, aber es finden wenige statt. Frauen in Israel – christliche, arabische und jüdische – können frei entscheiden am Strand Badeanzüge zu tragen, in Nachtclubs zu tanzen, mit einem Partner oder einer Partnerin zu leben, verheiratet oder unverheiratet, in der Armee, der Kriegsmarine und Luftwaffe zu dienen und jeden Beruf zu ergreifen, in der Regierung oder außerhalb, für den sie sich qualifizieren. Sie erhalten gleiche Rechtsprechung unter dem Gesetz. Sie leben ein Leben, das mit dem Ihren in freien westlichen Ländern identisch ist. Wenn Sie also Feministen sind, warum bestrafen Sie Israel und haben kein Wort der Kritik für brutale, frauenfeindliche Regime übrig? Kommt Ihnen das heuchlerisch vor? Mir scheint es mit Sicherheit so.

Sie alle unterstützen vermutlich Rechte für die LGBTQ-Gemeinschaften. Vielleicht nehmen Sie an Paraden für Schwulenrechte teil, zweifellos sind einige von ihnen homosexuell oder haben homosexuelle Freunde und niemand von Ihnen würde psychologische oder physische Misshandlung tolerieren, die sich gegen Menschen der diversen Sexualitäten richtet. Aber werfen wir einen Blick auf arabische Länder und islamische Länder. Im Gazastreifen und der Westbank töten sie Homosexuelle, indem sie sie von Hausdächern werfen oder sie zu Tode prügeln. Im Iran hängen sie sie. In Saudi-Arabien enthaupten sie sie. Unter dem Islamischen Staat werfen sie sie ebenfalls von Hausdächern. Nicht ein einziges islamisches Land gibt homosexuellen Männern und Frauen, Transsexuellen oder Transvestiten irgendwelche Rechte. Im Nahen Osten leben Zehntausende homosexueller Menschen in Angst. Aber niemand marschiert je gegen diese Orte, schreibt Petitionen, die Schwulenrechte fordern oder verabschiedet Boykott-Resolutionen gegen sie.

In Israel gibt es Gay Pride-Paraden in Tel Aviv und Jerusalem. Es gibt keine Gesetze, die Homosexualität verbieten. Tel Aviv ist als Schwulen-Hauptstadt der Welt beschrieben worden. Die israelische Armee bestraft keine Soldaten, die schwul sind. Das israelische Recht beschützt alle sexuellen Orientierungen – und das macht es, weil es ein Land ist, das auf den vollen Menschenrechten aller seiner Bürger gründet. Das ist kein „Pinkwashing“: Schwulenrechte zu nutzen, um andere Missstände zu verbergen. Das sind Schwulenrechte in der Praxis, weshalb viele homosexuelle Araber und Iraner nach Israel fliehen. Solchen Schutz zu bieten dient nur dazu, dass Israel von vielen Ländern, die es umgeben und sogar von vielen, die weiter weg liegen, nur noch mehr gehasst wird. Auch das ist schlicht und einfach scheinheilig. Ein Land anzugreifen, das die Rechte verteidigt, die Sie für sich selbst und Ihre Freunde einfordern, ist moralisch unverzeihlich.

Sie stimmen vermutlich darin überein, dass alle Menschen die Freiheit haben sollten unter dem Schutz des Gesetzes Gottesdienste zu feiern und ihre Religion offen auszuüben oder das auch nicht zu tun. Und Sie alle stimmen vermutlich zu, dass religiöse Menschen und Atheisten ebenfalls das Recht haben sollten frei zu leben, ohne verfolgt zu werden. Kein arabischer oder islamischer Staat bietet diese Art von Schutz. Im Irak und Syrien, im Gazastreifen und der Westbank sind Christen in riesiger Anzahl getötet oder vertrieben worden. In Ägypten leidet die uransässige Bevölkerung der koptischen Christen unter schwerer Verfolgung und erlebt, wie ihre Kirchen zerstört werden. Im Iran werden Christen regelmäßig verhaftet und die größte indigene religiöse Minderheit, die Bahai, wird offen verfolgt. Bahai werden gehenkt, inhaftiert, ihnen wird der Zugang zu Bildung verweigert, verboten einen Beruf auszuüben. Ihre heiligen Orte im ganzen Land sind systematisch dem Erdboden gleich gemacht worden, manchmal wurden an ihren Stellen Moscheen gebaut.

In Israel gibt es die einzige christliche Gemeinschaft des gesamten Nahen und Mittleren Ostens, die seit 1948 zahlenmäßig zugenommen hat. Alle heiligen Orte aller Religionen – muslimische, jüdische, christliche – sind gemäß dem Gesetz zum Schutz heiliger Stätten geschützt. Die Religion der Bahai hat ihr Weltzentrum (eine Weltkulturerbestätte der UNESCO) in Haifa und ihre zwei heiligsten Kultstätten befinden sich dort und bei Akko. Pilger kommen aus aller Welt. Die Bahai gehören zu den von Muslimen überall am meisten gehassten Menschen. Aber nicht in Israel. Doch es gibt keine Märsche zur Verteidigung der religiösen Rechte der Bahai in der islamischen Welt; niemand bringt der iranischen Botschaft Petitionen, um sie oder andere vor Verfolgung zu schützen; niemand veranstaltet Treffen, um Reformen in islamischen Staaten zu fordern. Stattdessen verabschieden Menschen wie Sie Resolutionen, die das einzige Land verurteilen, das diese Rechte für all seine Bürger und Besucher verteidigt. Indem Sie sich auf die Seite der Verfolger stellen und das einzige Land verhöhnen, das seit seiner Gründung wirklich alle Menschenrecht in Kraft gesetzt hat, zeigen Sie nichts als Verachtung für diese Rechte. Das ist nicht nur traurig, es ist widerwärtig.

Sie sind Studenten, junge Leute mit offenem Geist für neue Eindrücke, neue Informationen, neue Fragen, einer Galaxie unterschiedlicher Meinungen, die lernen die eigenen Vermutungen und die anderer zu gewichten und abzuwägen. Sie haben Zugang zu den erstaunlichsten Technologien und Informationsquellen – Ressourcen, die es früher schlicht nicht gab. Um auf all das zugreifen zu können, benötigen Sie freie Meinungsäußerung, eine Welt ohne Zensur, eine freie Presse, das Recht zu protestieren und anerkannte Meinung in Frage zu stellen. Würde Ihre Regierung in Schottland oder Großbritannien Bücher verbieten, Journalisten inhaftieren, Filme zensieren oder Treffen auf dem Campus untersagen, dann würden Sie zurecht aufgebracht sein. Sie würden aufmarschieren, um diese Freiheiten zu verteidigen, drohte man sie Ihnen zu nehmen. Sie sind auf freie Bibliotheken, unzensierte Zeitungen und Zeitschriften und direkten Zugang zum Internet angewiesen.

In keinem muslimischen Land gibt es diese Freiheiten. Nicht in Ägypten, nicht in Jordanien, nicht in Saudi-Arabien, nicht im Iran, nicht in Pakistan. Zensur grassiert, säkulare Gesinnungen werden überall verurteilt. Freidenkende Blogger wie Raif Badawi in Saudi-Arabien, mehrere in Bangladesch und viele im Iran sind im Gefängnis, (in Badawis Fall) zu Peitschenhieben verurteilt oder (in Bangladesch) ermordet worden. Die Mehrheit der Zeitungen in diesen Ländern befinden sich in Staatsbesitz. Bücher werden in der gesamten Region verboten oder verbrannt. Fernsehsender werden aus unwichtigsten Gründen geschlossen, wie es gerade in Ägypten dem Parlamentsabgeordneten Tawfiq Okasha passierte. Im Gazastreifen und unter der palästinensischen Autonomiebehörde gibt es keine freie Meinungsäußerung und diejenigen, die die Regeln übertreten, werden sehr oft mit einer Kugel im Kopf aufgefunden.

Israel hat genauso viel Freiheit wie Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Dänemark, die USA, Kanada, Australien oder jede andere westliche Demokratie. Die einzigen Einschränkungen der Presse sind die, die die nationale Sicherheit betreffen – wie in allen Demokratien. Antiisraelische NGOs agieren in Israel frei, täglich erscheinen antiisraelische Artikel in der Presse, besonders in der linken Zeitung Ha’aretz. Arabische Politiker reden täglich im Parlament oder in Interviews mit der Presse gegen israelische Politik. Wenn Verhaftungen vorgenommen werden, werden jüdische Extremisten genauso angeklagt wie Araber. Israel ist in jeder Hinsicht eine freie Gesellschaft. Dennoch entscheiden Sie sich, es zu verurteilen. Indem Sie das tun, verurteilen Sie genau die Freiheiten, von denen Sie in Ihrem Elfenbeinturm in Schottland profitieren. Und wenn Sie ausschließlich die Palästinenser unterstützen, dann geben Sie Zensur und staatlicher Kontrolle von Äußerungen Ihre Unterstützung. Sie müssen sorgfältig darüber nachdenken, denn andernfalls offenbaren Sie sich als Heuchler ersten Grades.

Lassen Sie mich einen Schritt weiter gehen. Sind Sie sich bewusst, dass ihr Schritt antisemitisch ist? Ich möchte, dass Sie auch darüber gut nachdenken. Was, könnten Sie fragen, hat der Boykott Israels mit Judenhass zu tun? Sie sind, da habe ich keine Zweifel, erbitterte Antirassisten und dafür lobe ich Sie ausdrücklich. Rassismus ist immer ein übles Merkmal des modernen Lebens, nicht nur im Westen, sondern in einem großen Spektrum weiterer Länder. Es ist daher extrem ironisch, dass Ihr Boykott-Aufruf von der BME [Black and Minority Ethnic] Liberation Group vorgelegt wurde. Ironisch, weil Antisemitismus die giftigste und völkermörderischste Form von Rassenhass gewesen ist und bleibt. Überall in Europa steigt Antisemitismus auf ein Niveau, das an die 1930-er Jahre erinnert. Die Zahl antisemitischer Vorfälle des Jahres 2015 liegt 53% höher als die für 2014. Juden verlassen Europa und nehmen woanders Zuflucht, die meisten davon in Israel.

Faire Kritik an Israel ist nicht antisemitisch. Aber übertriebene, verleumderische und falsche Kritik ist es meist sehr wohl. Das ist nicht meine Meinung, sonder die Ansicht mehrerer wichtiger Gremien, die sich antirassistischer Arbeit widmen. Auf Universitätslevel hat gerade die Regents of the University of California zusammen mit vielen weiteren amerikanischen Universitäten Antizionismus als antisemitisch verurteilt. Ein weiteres offizielles Gremium, das Sie kennen und anerkennen sollten, das Europäische Beobachtungszentrum zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, hat folgende Arbeitsdefinition für Antisemitismus erstellt:

Antisemitismus ist eine gewisse Wahrnehmung der Juden, die als Hass gegenüber Juden zum Ausdruck gebracht werden kann. Rhetorische und physische Erscheinungsformen des Antisemitismus richten sie gegen jüdische wie nichtjüdische Einzelpersonen und/oder ihr Eigentum, gegen jüdische Gemeindeinstitutionen und religiöse Einrichtungen.

Zusätzlich können solche Manifestationen auch auf den Staat Israel zielen, der als jüdisches Kollektiv begriffen wird. Antisemitismus wirft Juden regelmäßig Verschwörung zum Schaden der Menschheit vor und wird oft genutzt, um Juden dafür verantwortlich zu machen, „dass etwas schief geht“. Er kommt in Sprache, Schrift, visuellen Formen und Handeln zum Ausdruck und verwendet teuflische Stereotype und negative Charakterzüge.
Unter Beachtung des Gesamtkontextes gehört zu zeitgenössischen Beispielen für Antisemitismus im öffentlichen Leben, Medien, Schulen, am Arbeitsplatz und in der religiösen Sphäre, obwohl nicht darauf beschränkt:

  • Im Namen einer radikalen Ideologie oder einer extremistischen Auffassung von Religion die Aufforderung zum, die Beihilfe zum oder die Rechtfertigung des Tötens von Juden oder ihnen Schaden zuzufügen.
  • Unwahre, entmenschlichende, dämonisierende oder stereotypische Vorwürfe zu Juden zu erheben, wie die Macht der Juden als Kollektiv – so besonders, aber nicht exklusiv, die Mär einer jüdischen Weltverschwörung oder dass Juden die Medien, die Wirtschaft, die Regierung oder andere gesellschaftliche Institutionen kontrollieren.
  • Juden als Volk zu beschuldigen für echtes oder eingebildetes Unrecht verantwortlich zu sein, das von einer einzelnen jüdischen Person oder Gruppe begangen wurde; ebenso für Taten, die von Nichtjuden begangen wurden.
  • Die Tatsache, das Ausmaß, die Mechanismen (d.h. die Gaskammern) oder Absichtlichkeit der Völkermords am jüdischen Volk durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer und Komplizen während des Zweiten Weltkriegs (den Holocaust) zu leugnen. Die Juden als Volk oder Israel als Staat zu beschuldigen den Holocaust erfunden oder aufgebauscht zu haben.
  • Jüdische Bürger zu beschuldigen, Israel oder dem angeblichen Vorrang von Juden weltweit gegenüber loyaler zu sein als den Interessen ihres eigenen Staates gegenüber.

Zu Beispielen der Wege, auf denen Antisemitismus sich in Bezug auf den Staat Israel manifestiert, wobei der Gesamtzusammenhang beachtet wird, könnte gehören:

  • Dem jüdischen Volk das Recht auf Selbstbestimmung zu verweigern, z.B. über die Behauptung, dass die Existenz des Staats Israel ein rassistisches Unterfangen sei.
  • Zweierlei Maß anzuwenden, indem ein Verhalten gefordert wird, das von keinem anderen demokratischen Staat erwartet oder gefordert wird.
  • Symbole und Bilder zu verwenden, die mit klassischem Antisemitismus verbunden werden (z.B. die Behauptung, dass Juden Jesus töteten, ebenso Ritualmordvorwürfe), um Israel oder Israelis zu beschreiben.
  • Die heutige israelische Polizei und der der Nazis gleichzusetzen.
  • Juden kollektiv für Taten des Staates verantwortlich zu machen.

Kritik an Israel, die ähnlich der ist, die zu jedem anderen Land geäußert wird, kann jedoch nicht als antisemitisch gewertet werden.

Antisemitische Taten sind kriminell, wenn sie vom Gesetz als solche definiert werden (in einigen Ländern zum Beispiel Holocaustleugnung oder Verbreitung antisemitischen Materials).

Straftaten sind antisemitisch, wenn die Ziele der Angriffe, ob nun Menschen oder Grundeigentum – wie Gebäude, Schulen, Gebetsorte und Friedhöfe – ausgesucht werden, weil sie jüdisch sind oder mit Juden im Zusammenhang stehen oder als solche wahrgenommen werden.

Antisemitische Diskriminierung ist, Juden Chancen oder Dienstleistungen zu verweigern, die anderen zur Verfügung stehen; das ist in vielen Ländern illegal.

Diese Definition bildet auch die Grundlage der aktuellen Definition des US-Außenministeriums, die sie fast genauso formuliert. Wenn es Ihnen mit Wissenschaftlichkeit ernst ist, darf ich vorschlagen, dass sie sich eine Ausgabe von Kenneth Marcus‘ Buch The Definition of Anti-Semitism[1] kaufen oder leihen; es wurde letztes Jahr von der Oxford University Press veröffentlicht. Lesen Sie Kapitel 6 in voller Länge. Marcus ist der Gründer und Präsident des Louis D. Brandeis Center for Human Rights Under Law. Davor war er Personalchef der U.S. Commission for Human Rights[2] und hatte den Lehrstuhl für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit in Amerika an der City University of New York inne. Mit anderen Worten ist er eine Autorität zu genau den Menschen- und Bürgerrechtsfragen, mit denen das BME sich befasst. Und er stimmt zu, dass übertriebene und bösartige Kritik an Israel antisemitisch ist.

Ihre Resolution ist eine, die von einer antirassistischen Organisation verabschiedet wurde und von einer Gruppe vorgelegt wurde, die die Rechte Schwarzer und anderer ethnischer Minderheiten unterstützt. Sie ist aber per Definition ihrem Wesen nach rassistisch und offen gesagt auch ihrer Intention nach rassistisch. Sind Sie stolz darauf? Können Sie nachts in dem Wissen schlafen, dass Sie sich einem Chor des Hasses gegen die am meisten verfolgte Rasse der Menschheitsgeschichte angeschlossen haben? Ich bin sicher, dass Sie das Recht auf Selbstbestimmung von tausend nationalen, ethnischen und anderen Gruppen überall auf der Welt unterstützen. Dennoch fordern Sie ein Ende Israels, eines Staates, der nach dem Völkermord an sechs Millionen Juden gegründet wurde, damit sie ihr Recht auf Selbstbestimmung ausüben konnten.

Wenn Menschen in Europa Seite an Seite mit rechtsextremen Muslimen auf die Straße gehen und „Hamas, Hamas, Juden ins Gas“ skandieren, dann müssen Sie doch zugeben, dass etwas richtig falsch läuft.

In Ihrem Antrag heißt es: „Die Taten des Staats Israel sind eine Verletzung des internationalen Rechts“; er enthält einige angebliche Beispiele, aber nicht einen einzigen Beweis. Fakt ist, dass der Staat Israel über eine beeindruckende Bilanz der vollen Einhaltung des internationalen Rechts auf allen Ebenen verfügt. Ihre Erklärung widerspricht den Meinungen einer sehr großen Zahl an Experten für internationales Recht, einem Gremium aus Männern und Frauen, deren Kenntnis dieses Themas das von Studenten weit übersteigt, die Behauptungen ausgießen, die keinen juristischen oder faktischen oder historischen Rückhalt haben.

Oft wird zum Beispiel gesagt, dass die israelische Besatzung der Palästinensergebiete nach dem internationalen Recht illegal ist. Fakt ist, dass die Wahrheit im Gegenteil besteht. Nach dem ursprünglich in der UNO vorgelegten Teilungsplan der UNO-Resolution 181 aus dem Jahr 1947 war jüdische Siedlung in der Westbank und dem Gazastreifen erlaubt, genauso wie arabische Siedlung in Israel erlaubt war. Das Recht hat sich seitdem nicht geändert.

1948/49 besetzten Ägypten illegal den Gazastreifen und Jordanien die Westbank; das war das Ergebnis eines Aggressionskriegs gegen Israel. Das waren illegale Besetzungen, aber niemand beschwerte sich oder forderte die Entfernung der ägyptischen oder jordanischen Truppen.

1967 vertrieb Israel, wieder in einem Verteidigungskrieg handelnd, die Aggressoren Ägypten und Jordanien aus dem Gazastreifen und der Westbank. Die Besetzung wurde von den UNO-Resolutionen 242 (1967) und 338 (1973) als in vollem Umfang legal anerkannt. Die UNO führt heute an: „Die Sicherheitsrats-Resolutionen 242, verabschiedet am 22. November 1967, und 338, verabschiedet am 22. Oktober 1973, werden als Basisinstrumente für alle folgenden Diskussionen über eine Friedensregelung für den Nahen Osten betrachtet.“

Entsprechend Resolution 242 (die niemals widerrufen wurde) ist Israel berechtigt im Gazastreifen und der Westbank zu bleiben, bis sichere Grenzen vereinbart wurden. Da Israel nie jemanden aus seiner Bevölkerung gezwungen hat in die Palästinensergebiete zu ziehen, ist die Vierte Genfer Konvention, die Sie anführen, schlicht nicht anwendbar. Das ist eine juristische Tatsache, keine schwammige Meinung. Resolution 242 war sehr sorgfältig formuliert worden, um anzudeuten, dass Israel nicht aus „allen Gebieten“ abziehen muss – nur aus einem Teil.

2005 zog Israel unter sehr hohen Kosten für seine Bürger mit allem Drum und Dran aus dem Gazastreifen ab. Die Hamas tötete dann PLO-Politiker und übernahm die Kontrolle und begann binnen Kurzem eine Serie an Kriegen gegen Israel. Die Hamas-Charta von 1988 fordert die Vernichtung Israels und weltweiten Völkermord an Juden. Ich hoffe, das ist nichts, das einer von ihnen unterstützt.

Seit 1967 hat Israel mehr als ein halbes Dutzend ernster Friedensangebote zur Gründung eines Palästinenserstaats gemacht, darunter eines für 97% der Westbank und eins für 100%. Jedes ist von den Palästinensern abgelehnt worden, deren offizielle Körperschaften immer noch die Gründung eines Palästinenserstaats an Stelle von Israel fordern, was zur Vertreibung oder Ermordung aller jüdischen Israelis führen würde. So viel also zum Recht des jüdischen Volks auf Selbstbestimmung. Ihr Antrag legt nahe, dass nur Palästinenser ein Recht haben ihre Zukunft selbst zu bestimmen. Das ist pure Diskriminierung.

Ein weiterer Vorwurf, den Sie Israel gegenüber erheben, ist in den Absätzen 14 und 16 Ihres Antrags zu finden. Das ist der Vorwurf der Apartheid. Israel als Apartheidstaat zu beschreiben ist, wie ich festgestellt habe, eine weitere antisemitische Verleumdung. Es ist aus dem einfachen Grund verleumderisch, dass es in Israel nichts gibt, das auch nur ansatzweise an die südafrikanische Apartheid erinnert. Es ist klar, dass nicht einer von Ihnen etwas aus erster Hand über Apartheid, Apartheidgesetze und die Apartheidregierung in Südafrika weiß. Wüssten Sie das, würden Sie sich vermutlich schämen auch nur anzudeuten, dass Israel heute Apartheid betreibt.

Lassen Sie mich einen modernen südafrikanischen Politiker zitieren, der in den Apartheidjahren lebte. Kenneth Rasalabe Joseph Meshoe, der Präsident der African Christian Democratic Party, lebte als Schwarzer im Apartheidregime. Über Israel hat er dies zu sagen:

„Diejenigen, die wissen, was echte Apartheid ist, wissen, dass es in Israel nichts gibt, das wie Apartheid aussieht… [Die Behauptung der Apartheid] ist ein leeres politisches Statement, das nichts Wahres enthält… Es gibt einen weit verbreiteten Vorwurf, in Wirklichkeit eine Verleumdung, dass Israel ein Apartheidstaat ist. Diese Ansicht ist schlicht falsch. Sie ist unrichtig und böswillig.

Die BDS-Bewegung ist eine echte Qual… Für uns in Südafrika, die wir die Wahrheit lieben, ist die BDS-Bewegung keine demokratische Bewegung; sie ist eine Bewegung der Einschüchterung, eine Bewegung, die Hass ausübt. Menschen, die nicht an Hass glauben, sollten der BDS-Bewegung nicht gestatten sie davon abzuhalten das Richtige zu tun.“

Meshoe und viele andere Südafrikaner wissen, wovon sie reden. Weiß das von Ihnen irgendjemand? Ein muslimischer Freund erzählte mir, wie er nach Israel reiste, um Informationen zu dessen Apartheidpolitik zu finden, damit er ein Buch darüber schreiben konnte. Doch so lange er sich dort auch aufhielt, er konnte keinen einzigen Vorfall von Apartheid finden. Heute spricht er weltweit im Interesse Israels. Und er hat recht.

Es gibt in Israel keine Apartheidgesetze. Araber (sowohl Muslime als auch Christen) haben in Israel dieselben Stimmrechte wie Juden, haben eigene politische Parteien, dienen als Mitglieder des Parlaments, dienen am Obersten Gerichtshof und anderen Gerichten, sind Diplomaten, Rechtsanwälte, Offiziere im Militär, Wissenschaftler, Akademiker und alles andere, das sie sein möchten. Arabische Frauen gewinnen Schönheitswettbewerbe und Sängerwettbewerbe. 20% der Studenten an israelischen Universitäten sind Araber, weil 20% der Bevölkerung Araber sind.

Dr. Tarek Abu-Hamed, ein Palästinenser aus Ostjerusalem, arbeitet als Israels stellvertretender Chef-Wissenschaftler. Rana Raslan, eine Araberin, wurde zu Miss Israel gewählt. Omar Barghouti, ein arabischer Gründer und Führer der BDS-Bewegung, arbeitet an der Universität Tel Aviv an seiner Dissertation. Dr. Rania Okby ist die erste beduinische Ärztin der Geschichte und stolze Israelin. Yiytsih Aynaw, eine schwarze Israelin äthiopischer Herkunft, war 2013 Miss Israel. Moderator für Verleihung der Israel Awards im Jahr 2014 war Shibel Karmi Mansour, ein drusischer Israeli. Oberst Ghassan Alian, ein weiterer Druse, ist Kommandeur der Golani-Brigade der Israelischen Verteidigungskräfte. Israels Sängerin beim Eurovision Song Contest 2009 war Mira Awad, eine Araberin. Die israelische Araberin Miriam Kabha, eine Anwältin, wurde zur nationalen Kommissarin für Gleichberechtigungschancen ernannt. Salim Joubran, Richter an Israels Oberstem Gerichtshof, ist ein Araber. 2007 war Majalli Wahab, ein drusischer Araber, Geschäftsführender Präsident Israels.

Diese Liste könnte ich noch seitenweise weiterführen. Sie sind intelligent. Denken Sie selbst. Denken Sie an Schwarze im Apartheid-Südafrika. Nicht ein einziger von ihnen hätte auch nur eine dieser Stellungen erreichen können.

Es gibt in israelischen Bussen, Zügen oder Taxis keine Rassentrennung. Keine getrennten Schlangen für Juden und Araber, egal wo. Keine Trennung an Stränden, in Restaurants, Kinos, Bars, Geschäften, Theatern – nirgendwo. In Israel arbeiten Juden und Araber zusammen, sind Freunde, heiraten untereinander und besuchen gemeinsam Vorträge, Konzerte und Partys. Es gibt keine getrennten Plätze in israelischen Krankenhäusern. Juden, Muslime, Christen und Atheisten schlafen auf denselben Stationen und werden von einer Bandbreite an Pflegern und Ärzten behandelt, von denen einige jüdisch, einige muslimisch, einige christlich und viele atheistisch sind. Israel ist eine säkulare Gesellschaft, keine Theokratie wie im Iran oder Saudi-Arabien.

Wenn Sie wegen Apartheid protestieren wollen, sehen Sie nicht nach Israel. Werfen Sie einen Blick auf den Libanon und andere arabische Länder, in denen palästinensischen Flüchtlingen die Staatsbürgerschaft verweigert wird, die Ausübung der meisten Berufe verboten ist, die zwangsweise in Lagern gehalten oder sogar komplett verboten werden. Und bitte kommen Sie nicht mit der Lüge, dass die Juden die palästinensischen Araber 1948 ethnisch säuberten. Hier ist das, was der derzeitige Palästinenserpräsident Mahmud Abbas darüber 1976 im offiziellen PLO-Journal Filastin al-Thawra zu sagen hatte:

„Die arabischen Armeen drangen nach Palästina ein, um die Palästinenser vor der zionistischen Tyrannei zu schützen, aber stattdessen ließen sie sie im Stich, zwangen sie zu emigrieren und ihre Heimat zu verlassen; sie warfen sie ins Gefängnis, ähnlich den Ghettos, in denen die Juden in Osteuropa lebten, als wären sie dazu verdammt mit ihnen die Plätze zu tauschen: Sie zogen aus ihren Ghettos aus und wir nahmen ähnliche in Besitz. Die arabischen Staaten hatten Erfolg damit das palästinensische Volk zu zerstreuen und seine Einheit zu vernichten.“

Geschichte ist von Bedeutung.

Wie viele von Ihnen sind jemals in Israel gewesen? Ich meine nicht mit geführten Touren, die von der BDS-Bewegung oder anderen Hassgruppen organisiert sind, die sich daran geben Ihnen einen falschen Eindruck vom Leben im Land zu vermitteln. Ich meine einfache Ferien, in denen man sich frei bewegt und das Alltagsleben kennenlernt, gerade so, wie man es in Indien oder Thailand oder sonstwo macht, wo man vorher noch nie war. Wenn sie noch nie in Israel waren, um es aus erster Hand erleben, dann haben Sie absolut kein Recht es zu verurteilen oder Resolutionen dagegen zu verabschieden. Wenn Sie Angst haben, dorthin zu kommen könnte Sie aus Ihren Vorurteilen schütteln, dann sind Sie feige. Wenn Sie aktiv Besuche israelischer Redner oder Experten auf Ihrem Campus ablehnen, die Israel befürworten, oder wenn Sie auf proisraelischen Veranstaltungen auftauchen, um zu brüllen und sie zu stören, dann sind Sie feige. Wenn Sie es nicht ertragen können den Ansichten der anderen Seite zuzuhören, dann ist sich in Ignoranz auf eine Seite zu schlagen so feige wie unehrenhaft.

Während der vier Jahre, die ich brauchte, um meine Dissertation fertigzustellen, wurde mein gesamtes System an Überzeugungen und Annahmen zutiefst in Frage gestellt und am Ende gab ich viele davon auf. Ich machte das, weil meine Forschung die Untersuchung persischer und arabischer Manuskripte in einem iranischen Archiv mit sich brachte, was bedeutete, dass ich neuen Beweisebenen ausgesetzt war, die meine Annahmen auf den Kopf stellten. Das durchzumachen ist schwer, auch wenn ich es nie bereut habe.

Dass Sie herausfordernden Fakten zu Israel und Juden gegenüber stehen, mag gleichermaßen aufwühlend sein. Aber am Ende wird es das wert gewesen sein. Sie müssen nur den Mut besitzen das durchzustehen, Material zu lesen, das Ihnen Beweise zeigt, die sie bisher abgetan oder ignoriert haben. Aber wenn Sie etwas taugen, wenn Sie in der Welt eine ernste Rolle außerhalb Ihrer universitären Enklave mit ihrer Politik des „sicheren Ortes“ und ihrer politischen Naivität spielen wollen – wenn Sie, kurz gesagt, jemals in Reife wachsen und Ihre kindischen Fantasien hinter sich lassen wollen – dann müssen Sie das wirklich tun.

Reisen Sie nach Israel, finden Sie jüdische Häuser und besuchen Sie und essen Sie mit israelischen Muslimen, die ihr Land lieben, weil es ihnen Freiheiten bietet, die zu genießen sie in einem islamischen Staat nicht einmal hoffen könnten; sehen Sie, warum Israelis gezwungen sind Sicherheit an die erste Stelle zu setzen; sehen Sie sich den Sicherheitszaun an, einen von Dutzenden in der Welt, und finden Sie heraus, warum er gebaut wurde. Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse. Lassen Sie sich von niemand anderen, ob antiisraelisch oder proisraelisch, erzählen, was Sie glauben wollen. Aber verlassen Sie ihre Wohlfühlzone, stellen Sie beiden Seiten harte Fragen, unternehmen Sie die Anstrengung und kommen Sie von der anderen Seite herüber. Sie sind alle betrogen worden. Wagen Sie den Sprung und stimmen Sie zukünftig mit Integrität ab.

Das Israel, das Sie präsentieren, ist ein Fantasie-Israel, eine Tante Sally oder ein Jim Crow, der von vorurteilsbehafteten Gemütern erfunden wurden, um die antisemitischen Träume der Auslöschung des jüdischen Volks zu fördern; angefangen wird mit dem einzigen jüdischen Staat der Welt.

Wenn Lügen von weit links stehenden Sozialisten und rechtsextremen Islamisten und Faschisten über eine weltweite jüdische Verschwörung, jüdische Macht und jüdischen Reichtum, den Intrigen der Weisen von Zion auch nur ansatzweise wahr wären – glauben Sie nicht, dass es heute in der Welt viele jüdische Staaten geben würde? Glauben Sie nicht, dass die Feinde Israels angesichts er Tatsache, dass die IDF die mächtigsten Streitkräfte der Welt sind, komplett ausgelöscht worden wären? Die Zaristen und die Nazis entwarfen Lügen über das jüdische Volk, Die Protokolle der Weisen von Zion – Lügen, von denen alle gebildeten Menschen wissen, was sie sind. Heute werden von arabischen Staaten, dem Iran, Pakistan sowie anderen beinahe identische Lügen erzählt, sie zeichnen ähnlich groteske Karikaturen, schreiben Juden und Israelis übernatürlich finstere Mächte zu und fordern einen weiteren Völkermord, der dem Holocaust entspricht. 2002 äußerte sich Hassan Nasrallah, der Führer der vom Iran gestützten Terrororganisation Hisbollah, folgendermaßen:

„Zu den Zeichen […] und Signalen, die uns leiten, in den islamischen Prophetien und nicht nur in den jüdischen Prophetien, gehört, dass dieser Staat [Israel] gegründet werden wird und dass die Juden sich aus allen Teilen der Welt im besetzen Palästina versammeln werden, nicht um den Antichrist und das Ende der Welt zu bringen, sondern damit Allah, der Verherrlichte und Höchste, uns davor bewahren will an die Enden der Welt zu gehen, denn sie haben sich an einem Ort versammelt – sie haben sich an einem Ort versammelt – und dort wird die letzte und entscheidende Schlacht stattfinden.“

Das ist eine unzweideutige Drohung, das zu vollenden, was Hitler begann. Denken Sie bitte darüber nach und sehen Sie sich die vielen Hundert Drohungen der Palästinenser, Araber, Iraner und anderer an, genau dasselbe zu vollenden. Wenn Sie wirklich Menschen guten Willens und der Humanität sind, wird die Antwort rasch kommen. Als Jugendlicher sah ich eine meiner Lehrerinnen ihren Ärmel hochkrempeln, um eintätowierte Zahlen zu zeigen. Seitdem bin ich nicht ein einziges Mal von meiner Unterstützung der Juden abgewichen. Als Nichtjude könnte ich mit den Achseln zucken und sagen, die Juden und Israelis gingen mich nichts an. Ich entschied mich für den Weg der Moral. Werden Sie weiter mit den Achseln zucken und werden Sie weiter Schlimmeres tun und weiter das einzige Land untergraben, in dem Juden in Zeiten der Gefahr Zuflucht finden können?

Um in eine Universität des Kalibers der University of Edinburgh zu kommen, müssen Sie kluge junge Leute sein. Sie haben hart dafür gearbeitet dorthin zu kommen. Sie haben gezeigt (und zeigen, darauf vertraue ich, weiter) akademische Befähigung. Meine Kritik lautet, dass Sie ihr Hirn nicht gut nutzen. Sie dozieren zu einer Sache, zu der Sie eindeutig schlecht informiert sind. Sie plappern Vorwürfe nach, die keine Substanz haben. Sie übernehmen eine extreme Position, ohne die Ansichten ihrer Gegenüber anzuhören. Sie scheinen keine ausgewogenen Bücher oder Artikel über Israel gelesen zu haben, dennoch springen Sie auf einen sehr glitschigen Wagen auf, um Hass gegen das Land zum Ausdruck zu bringen. Israel ist nicht ohne Fehler, genauso wie Schottland, England, Wales und Irland nicht ohne Fehler sind.

Israel kann und sollte auf moderate, ausgewogene Weise kritisiert werden. Aber Sie gehen darüber hinaus, sondern Israel für Boykott aus, während Sie einige der schlimmsten Menschenrechtsverletzer unbehelligt lassen. Wenn Sie die Ungerechtigkeit dabei nicht sehen oder verstehen, warum es für intelligente, gebildete Menschen eine Frage der Scham ist eine solche extreme Haltung einzunehmen, dann scheitern Sie in Ihrer Verantwortung sich mit der Wahrheit auf rationale und unvoreingenommene Weise zu beschäftigen. Man kann hierbei keine Geduld haben. Vor allem aber gehen Sie bitte nicht ihren Vorurteilen nach – sie werden Sie moralisch und emotionell umbringen.

Hochachtungsvoll

Dr. Denis MacEoin
Distinguished Senior Fellow, Gatestone Institute